NLP - wie es wirkt

Die Wirkung des NLP basiert auf den Erkenntnissen der modernen Hirn- und Wahrnehmungsforschung sowie der neueren Systemtheorie zweiter Ordnung, auch Konstruktivismus genannt. Was kompliziert klingt und im Detail auch ist, kann für den Anwender von NLP in recht einfachen Erklärungen zusammengefasst werden.

Bei meinen Erklärungen lass ich mich von der Grafik Wirkungsweise des NLP leiten. Also los:

Wir nehmen die Welt durch unsere fünf Sinne wahr, die wir hier mal als Zugangskanäle bezeichnen wollen (es gibt für dasselbe auch andere Worte wie: Repräsentationssystem, Sinnessystem, VAKOG System). Wir Sehen, wir Hören, wir Fühlen, wir Riechen und wir Schmecken unsere Umwelt und nehmen sie durch diese Kanäle wahr. Unsere Wahrnehmung ist jedoch keineswegs vollständig; von den 10 Milliarden Informationseinheiten, die jede Sekunde auf unser Systemsystem einwirken, filtern wir über unsere Wahrnehmungsmuster, unsere mentalen Modelle und Erfahrungen das allermeiste raus und reduzieren diese grad mal auf bescheidene 100 Informationen. Das, was wir so wahrnehmen, ist unsere Sicht der Welt – unsere „Realität“. Die Inhalte, die wir wahrnehmen, ist das Ergebnis unserer mentalen Modelle (Metaprogramme), unserer Annahmen, also eine Art Brillen, durch die wir hindurch gucken. Diese Wahrnehmung beeinflusst und wird beeinflusst durch unser Selbstkonzept (und koppelt wieder auf dieses zurück…), also unsere Identität, unsere Werte, unsere Glaubenssätze, unsere Fähigkeiten, unser Verhalten und unsere Umgebung, in der wir uns bewegen und die unser Verhalten (mit-)prägt. Dieses Selbstkonzept ist keine Konstante; es verändert sich über die Jahre, über Erlebnisse und unserer Arbeit an uns selbst.

Das, was wir über dieses komplexe Zusammenspiel von Wahrnehmung, Verarbeitung und Speicherung von Erlebnissen und Erfahrungen in uns tragen, lässt sich in demselben System (VAKOG-System) wieder sprachlich ausdrücken. Die Sprache zeigt dem aufmerksamen und geübten Hörer, auf welche Art und Weise der Sprechende seine Wirklichkeiten konstruiert. In der Sprache drücken sich auch sogenannte Verarmungen der Wirklichkeit über Tilgungen, Verzerrungen und Generalisierungen aus, wie sie das Metamodell der Sprache beschreibt.

Die Sprache liefert also dem NLP Coach die Informationen, die er für seine Arbeit braucht.

Wir haben zwei ganz grundsätzlich unterschiedliche Arten der Veränderungsarbeit, wenn es um biografische Erlebnisse geht. Nämlich:

  1. Erinnerungen an eine bestimmte Situation, die im Leben des Coachees schwierig war und noch immer – obwohl an der Situation selbst nichts mehr veränderbar ist – die Art des Erinnerns verändern und damit die negative Dynamik auflösen oder
  2. Dieselbe Situation noch einmal durchspielen und dabei neue Ressourcen dazu fügen, die den Coachee die Situation neu erleben lassen.

Für die Erklärung der ersten Art nämlich der Veränderung der Erfahrung oder des Erlebnisses, können wir auf eines der NLP Axiome zurückgreifen: Jede Erfahrung ist als Sinnesrepräsentation kodiert und damit veränderbar. Verändern wir die Kodierung, verändern wir die dazugehörende Erfahrung. Denn, nicht das, was wir erlebt haben, ist es, was uns prägt, sondern die Art und Weise, wie wir uns daran erinnern. Es ist deshalb nie zu spät für eine glückliche Kindheit, weil wir in unseren inneren Vorstellungswelten mittels der Submodalitäten die gespeicherten Szenen beinahe beliebig verändern können. Unser Gehirn ist nicht in der Lage, Realitäten und Vorstellungen zu unterscheiden, wenn wir den Code kennen und nutzen, den unser Gehirn braucht, um Erinnerungen zu speichern. Auf diese Weise lassen sich Erfahrungen verändern und damit eine neue Basis für die Zukunft legen.

Die zweite Art der Veränderung von Schwierigkeiten, die in der Vergangenheit wurzeln, ist die Folgende: Statt auf die Speicherung der Erfahrung in unserem Gehirn zurückzugreifen und die Art der Speicherung zu verändern, lassen wir die auslösende problematische Situation nochmals mit neuen Ressourcen erleben und damit eine neue Erfahrung machen, die dann die alte Erfahrung überschreibt. Biografiearbeiten wie zum Beispiel Changing History oder Re-Imprinting sind gute Beispiele dafür, wie Menschen fähig sind, alte Situationen mit neuen Ressourcen erleben und damit ihr Leben zu verändern. Der Grund dafür, dass das funktioniert ist, dass wir Menschen unsere Realitäten selber konstruieren und dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, Erlebtes und Erinnertes von intensiv Vorgestelltem zu unterscheiden.

NLP ist also sehr wirksam, wenn es darum geht, sich mit sich selber und der Vergangenheit zu versöhnen. Das ist jedoch keineswegs der einzige Anwendungsbereich. Wir können NLP auch dazu nutzen, die Zukunft zu gestalten, neue Sichtweisen anzueignen und Verhalten zu verändern oder zu bauen.

Dazu können wir die Eigenschaften und Fähigkeiten unseres Gehirns nutzen, die Zukunft über eine bestimmte Art der Vorstellung vorwegzunehmen. Unser Gehirn knüpft nämlich über die Imagination einer Idee, einer Handlung oder einer zukünftigen Situation genau dieselben neuronalen Netze, wie wenn wir es erlebt hätten. Es kann Facts und Fiction nicht voneinander unterscheiden. Deshalb können wir über Modelle wie beispielsweise die Visionsarbeit, das PeneTrance Modell oder auch die Wunderfrage unser Gehirn und damit uns wirksam darauf trainieren, diese Zukunft auch zu schaffen.

Nicht zuletzt ist NLP auch eine hochwirksame Methode, wenn es darum geht, störende Verhalten, sei es in der Kommunikation, im Essverhalten, in der Partnerschaft oder in beliebigen anderen Kontexten zu verändern und neue Verhaltensweisen anzueignen.

Für die Veränderung von Verhalten nutzen wir meistens Modelle, die auf der Arbeit mit Submodalitäten basieren, wie zum Beispiel zwanghafte Verhalten platzen lassen oder auch das Swish Modell. Die oben beschriebenen Wirkungsweisen gelten auch bei dieser Art der Veränderung.