Externe Stressfaktoren – Eliminierung und Präventionsstrategien

Die in der Tabelle von Holmes und Rahe beschriebenen Ereignisse liegen, was ihr Auftreten anbelangt, zu einem guten Teil ganz oder teilweise ausserhalb unserer Kontrolle. Wir können jedoch – wenn wir unser Leben proaktiv selber gestalten - einen anderen Teil verhindern.

Mit dem Rest müssen wir lernen, möglichst ressourcenvoll umzugehen. Dazu später mehr, wenn wir uns den Bewältigungsstrategien zuwenden.

Die meisten Stressoren überfallen uns keineswegs aus heiterem Himmel oder liegen völlig ausserhalb unserer Kontrolle.

Am Anfang dieser Aufgabe, nach den beeinflussbaren externen Stressfaktoren Ausschau zu halten, steht deshalb eine gesunde Einstellung. Nämlich, dass wir nicht das Opfer der äusseren Umstände sind. Klingt vielleicht banal, ist es aber nicht.

Oft argumentieren Menschen, wenn sie auf die Möglichkeit nach Vermeidung der exogenen Stressoren gefragt werden mit einem resignierten „da kann man doch sowieso nichts dagegen tun…“ und betrachten sich eben als Opfer dieser äusseren Umstände. Wo ein Opfer ist, muss auch ein Täter sein. Schuld ist dann der Chef, die Frau, der Partner, die Wirtschaftskrise, die organisationalen Unzulänglichkeiten, das grosse Arbeitsvolumen usw.

Nun, wenn man selbst nichts machen kann, braucht es folgerichtig einen Retter, der uns die ganze Misere abnimmt. Doch, den gibt es eben nicht. Siehe die nachstehende Grafik „Dramadreieck“.

Mehr darüber finden Sie in unseren NLP Basisinformationen.

Also bleibt uns nichts anderes übrig, als selbst zur Tat zu schreiten. Werden Sie also GestalterIn Ihres eigenen Lebens und Ihres Umfeldes. Scannen Sie (z.B. mit Hilfe der nachstehenden Tabelle) als erstes Ihr Leben auf Ihre Stressfaktoren.

  1. Beginnen Sie damit, eine Liste mit allen Ihren Stressfaktoren zu erstellen. Die Stressoren sind nicht anderes als eine Abweichung vom Ist (dem unerwünschten) zum Soll (dem gewünschten Zustand).
  2. Beschreiben Sie als nächstes, wie es sein soll, wie Sie sich den Zielzustand vorstellen. Oft scheitert es an dem Punkt, dass wir zwar genau sagen können, was wir nicht wollen, aber wenig Kreativität und Klarheit haben, wenn es darum geht zu sagen, wie es sein soll. Wenn Sie an diesem Punkt sind, stellen Sie sich doch mal vor, dass eine gute Fee über Nacht zu Ihnen kommen und Ihr Problem für Sie lösen würde; woran würden Sie am anderen Morgen erkennen, dass diese Fee da war und für Sie ein kleines Wunder vollbrachte? Siehe dazu auch die Wunderfrage nach Steve de Shazer. Stellen Sie sich den gewünschten Zielzustand sinnlich vor. Tun Sie so, wie wenn Sie schon am Ziel wären: Was sehen Sie, wenn das Ziel erreicht ist? Was hören Sie, wenn Sie am Ziel sind (was sagen Sie selber zu sich, was sagen andere Menschen zu Ihnen und über Sie, welche Geräusche sind zu hören…?) Was fühlen Sie, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben? Beschreiben Sie alle Ihre Körpergefühle und positiven Emotionen..
  3. Nun überlegen Sie sich, welche möglichen Strategien es gibt, diesen Zielzustand herbeizuführen. Das ist der nächste entscheidende Schritt und wir sollten uns daran erinnern, dass sich, wie Einstein sagte, die Probleme nicht mit derselben Art des Denkens lösen lassen, mit denen wir sie geschaffen haben. Mehr zu nützlichen Grundannahmen auf der Seite NLP Basisinfos. Sie können sich an dieser Stelle, wenn Sie nicht weiterkommen sollten, überlegen, welche Person, die Sie kennen, wirksame Strategien hat, solche Zielzustände zu erreichen. Wenn Sie eine solche Person gefunden haben, so fragen Sie sich als nächstes, wie Ihr „Modell“ es anstellen würde, Ihr Ziel zu erreichen.
  4. Wenn Sie das alles haben, wählen Sie maximal drei konkrete Aktionen aus, mit denen Sie Ihre Strategie zum Leben erwecken. Was konkret tun Sie, damit Ihr Zielzustand Wirklichkeit wird?

Hier die Tabelle mit einem Beispiel:

Stressor

Zielzustand

Strategien

Aktionen

Ich schlafe schlecht, Dinge die ich erledigen muss, gehen in der Nacht durch meinen Kopf. Ich stehe am Morgen erst nach dem vierten Klingeln des Weckers auf, hetze auf den - vollgestopften - Bus zur Arbeit und komme schon gereizt im Büro an. Ich setze mich an den Schreibtisch und überlege erst mal, was zu tun ist, fühle mich zerstreut und gestresst.

Ich habe am Morgen genügend Zeit für mich, kann mich auf den Tag einstellen. Ich esse gemütlich Frühstück, lese die Zeitung und komme gut gelaunt und informiert zur Arbeit und weiss dann genau, was ich zu tun habe. Ich beginne meine Arbeit konzentriert und komme gut voran. Das gibt mir ein erstes Erfolgserlebnis.

Den Tag am Abend zuvor planen. Eine Viertelstunde früher, beim ersten Klingeln aufstehen und den Tag gemütlich mit einem Frühstück in meinem Lieblingskaffee beginnen. Zu Fuss zur Arbeit gehen und damit mein kleines Fitnessprogramm absolvieren. Mir mit dem Geld, das ich für den Bus gespart habe, etwas Gutes tun.

Am Abend vor dem nach Hause gehen auf den Tag zurückblicken und die Ziele und Aufgaben für den nächsten Tag notieren.

Den Wecker auf viertel vor sechs stellen und aufs Sideboard ausserhalb meiner Reichweite stellen.

Ein Kässeli für gespartes Busgeld aufstellen und Geld einwerfen.

Ein „Kaffee- und Brötchenabonnement“ für einen Monat bei meinem Lieblingskaffee kaufen, das bei Nichterscheinen verfällt.

Haben Sie das für sich gemacht? Und - sind Sie zufrieden? Toll! Sie werden sehen, dass Sie Ihr Leben zu einem guten Teil selber gestalten können. Sie werden ein ganzes Stück mehr Zufriedenheit erfahren und stolz auf sich sein können. Dafür lohnt sich doch die Anstrengung; nicht wahr?

Haben Sie bis hierher einfach nur gelesen und wissen jetzt schon, dass Sie doch nichts ändern werden? Dann haben Sie soeben Ihre Zeit sinnlos vertan. Vielleicht sollten Sie jetzt damit beginnen, sich selber ernst zu nehmen!? Wenn nicht jetzt, wann dann?