Stress - Grundsätzliches und Hintergrund

Haben Sie das Gefühl, bestimmten Lebenssituationen nicht gewachsen zu sein oder empfinden Sie diese mindestens als belastend? Dann leiden Sie so wie jeder dritte Mitbürger - unter Stress.

Andauernde, übermässige Beanspruchungen physischer und psychischer Art können zu gesundheitlichen Störungen wie Schlaflosigkeit oder seelischen und organischen Krankheiten führen.

Das Wort Stress stammt aus dem Englischen und auf lässt sich auf das lateinische Wort "strictus" für "straff" zurückführen.

Als Stress werden bestimmte Körperreaktionen bezeichnet, die durch äussere Reize (=Stressfaktoren oder Stressoren) hervorgerufen werden und zur Verarbeitung und Bewältigung dieser Reize automatisch, also von unserem Willen entkoppelt, ablaufen.

Aus biologischer Sicht ist Stress ein Relikt unserer Vorfahren, deren Körper bei Bedrohung oder in Gefahrsituationen mit einem leistungssteigernden Adrenalin- und Cortisolanstieg reagierte, der zu Flucht- und Kampfreflexen befähigte. Die heutigen Lebenssituationen sind zwar nicht mehr so bedrohlich wie bei unseren Vorfahren, der Körper reagiert aber bei Stressbelastungen immer noch so, wie wenn er auf der Flucht wäre.

Stressfaktoren unterscheiden wir in sogenannte exogene (äusseren) Stressfaktoren durch Umwelteinflüsse, wie Lärm, Hitze, Kälte, Tabakrauch und endogene (inneren, selbstgemachten) Faktoren zum Beispiel selbst hervorgerufene Emotionen wie Zeitmangel, Rollenerwartungen, Ängste, usw. Auch Krankheiten können solche Belastungen darstellen und zu einem erhöhten Stresspegel führen.

Zudem unterscheiden wir im Allgemeinen zwischen positivem Stress (=Eustress) und negativem Stress (=Distress).

Eustress ist für den Organismus zwar ebenfalls belastend, kann aber als positiv empfunden werden und – in einer guten Dosierung - zur Gesundheit beitragen. Die Eustressreaktion hilft, schwierige Aufgaben zu lösen und Probleme zu bewältigen. Der Körper passt sich an die Anforderungen an; Eustress kann leistungssteigernd und anregend wirken.

Bei Distress kann sich der Körper nur ungenügend an die Stressfaktoren anpassen. Das geschieht meist bei unangenehmen, überfordernden und bedrohlichen Stressfaktoren. Distress kann zu körperlichen Stresssymptomen z.B. erhöhte Anfälligkeit für Infekte, Bluthochdruck, Magengeschwüre und zu emotionalen Beeinträchtigungen wie das Gefühl des nicht mehr Könnens, Hilflosigkeit, Trauer, Gereiztheit etc., führen.

Die körperliche Stressreaktion wird durch eine erhöhte Aktivität des Sympathikus ausgelöst. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems (=nicht dem Willen unterliegendes Nervensystem) ist entwicklungsgeschichtlich für die Fluchtreaktion zuständig. Beim neuzeitlichen Menschen, der nicht fliehen kann, äussert sich das unter anderem durch vermehrtes Schwitzen, erhöhten Blutdruck, Darmträgheit und Blutzuckeranstieg. Vermittelt werden diese Vorgänge durch die Stresshormone Adrenalin und Cortisol.