Splash - Newsletter #11: Traumtipps

Umgang mit bedrohlichen Träumen

Kind mit aengstlichem Gesicht - Traum

Für den Umgang mit bedrohlichen Trauminhalten liegt eine Fülle von Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen vor. 1935 veröffentlichte der Forscher K. Steward einen Bericht über die Auseinandersetzung mit aggressiven Traumfiguren.

Drei Grundsätze sind dabei besonders wichtig:

  1. Im Traum nicht vor einem Angreifer weglaufen, sondern sich der Gefahr stellen und die Gegner bezwingen.
  2. Immer angenehme Traumerfahrungen anstreben, wie z.B. erotische Erlebnisse oder einen entspannenden Flug über den Dschungel.
  3. Die Träume immer zu einem positiven Abschluss bringen.

Seine erstaunlichen Entdeckungen stammen aus dem Dschungel Malaysias. Dort leben die Senoi: Ein Naturvolk, das in Grossfamilien lebt und für das die Träume eine ganz besondere Bedeutung und einen wichtigen Platz haben. Schon beim Frühstück werden die Träume besprochen. Im Stammesrat setzt man dann die Diskussion und Deutung der Träume fort. Auch die meisten alltäglichen Beschäftigungen, Entscheidungen und Vorhaben orientieren sich an den Erkenntnissen, die in den Traumbesprechungen gewonnen wurden.

Die Senoi sind Meister in der aktiven, bewussten, willentlichen Gestaltung ihrer Träume. Schon die Kinder lernen, wie man Trauminhalte durch Vorausplanung bestimmen und sogar während des REM-Schlafs gezielt verändern kann. Zu dieser Meisterschaft kann Sie dieser Newsletter leider nicht führen - sorry.

Diese schon in der Kindheit erlernte Technik führt tatsächlich dazu, dass Albträume bei den erwachsenen Senoi so gut wie nie vorkommen. Und in diesem Volksstamm gibt es K. Stewards Bericht zufolge weder physische Gewalt noch Neurosen oder Psychosen. 

Verbesserung der Traumerinnerung

Entscheidend für die Häufigkeit und Intensität der Träume ist neben dem Zeitpunkt des Erwachens die innere Einstellung und Erwartungshaltung des Träumenden. Gefühlsbetonte Menschen haben gegenüber den sogenannten Realisten einen grossen Vorteil. Gefühlsbetonte Menschen träumen häufiger und lebendiger und sie erinnern sich besser, auch weil sie sich mehr mit ihren Träume beschäftigen, diese ernster nehmen, als die sachorientierten Menschen. Daraus leitet sich die wichtigste Grundregel für eine Belebung und nachhaltige Ausgestaltung Ihrer Traumwelt ab:

Je öfter und interessierter Sie sich in Ihrem Wachbewusstsein mit Ihren Träumen beschäftigen und auseinandersetzen, desto reichhaltiger, farbiger und plastischer werden Ihre Traumerinnerungen sein.

Die folgenden Empfehlungen helfen Ihnen, Ihre Traumerinnerungen systematisch zu verbessern:

  1. Schreiben Sie Ihre Träume stichwortartig auf ein Papier, das neben Ihrem Bett griffbereit ist; auch wenn Sie in der Nacht aufwachen.
  2. Bleiben Sie nach dem Aufwachen möglichst mit geschlossenen Augen ruhig liegen und lassen Sie die Traumbilder sozusagen in Ihr Bewusstsein strömen.
  3. Auch wenn Ihnen nichts mehr zu einem Traum einfällt, verändern Sie Ihre Körperhaltung noch nicht. Prüfen Sie zunächst, ob sich noch weitere Erinnerungen einstellen.
  4. Legen Sie ein Traumtagebuch an. Übertragen Sie Ihre stichwortartigen Aufzeichnungen am selben Tag in ein Traumtagebuch. Dabei fallen Ihnen häufig noch weitere Details ein, die in Ihren ursprünglichen Protokollen nicht enthalten waren. Die erneute Beschäftigung mit Ihren nächtlichen Erlebnissen führt zu einer weiteren Verbesserung künftiger Traumerinnerungen.
  5. Geben Sie jedem Traum einen treffenden Titel wie: „Von Feinden umzingelt“, „Nachts im Dschungel“, „Flug über die Sahara“, etc. So wird Ihr Traumtagebuch besonders spannend, übersichtlich und einprägend.
  6. Sprechen Sie über Ihre Träume. So fallen Ihnen oftmals weitere Einzelheiten dazu ein. Die Fragen und Hinweise Ihres Partners helfen Ihnen, sich intensiver mit Ihren Traumbildern auseinanderzusetzen.

Damit haben Sie bereits die wichtigsten Voraussetzungen geschaffen, um auf Ihr Traumgeschehen Einfluss zu nehmen und Ihre Träume für Ihr Leben nutzbar zu machen. 

S. LaBerge bringt Traumerfahrungen auf einen knappen Nenner: "In dem Masse, wie wir die Welt unserer Träume vernachlässigen oder pflegen, wird sie zur Wüste oder zum Garten. Wie wir säen, werden wir unsere Träume ernten."

Eine ganze Erfahrungswelt steht Ihnen offen. Und denken Sie daran, dass Sie ein Drittel Ihres Lebens schlafend verbringen. Das ist doch eigentlich Grund genug, auch diesen Teil aktiv und in Ihrem Sinn zu gestalten. Zumal Ihre Träume wiederum einen entscheidenden Einfluss auf die restlichen zwei Drittel haben.

drucken