Splash - Newsletter #15: Glaubenssätze

Beispiele für die Wirkung von Glaubenssystemen

In der Medizin ist bekannt, dass zwischen 30 – 70% des Effekts eines Arzneimittels auf die erwartete Wirkung zurückzuführen sind, die auch bei der Gabe eine Placebos, also einer Scheinarznei ohne Inhaltsstoffe, eintritt. Es ist bei diesen Placebos alleine der Glaube an die Wirkung, welcher die Wirkung bestimmt. Dieser Effekt ist in tausenden von Studien untersucht worden. Die Schulmediziner hassen ihn oft wie der Teufel das Weihwasser anstatt auf ihn zu setzen und ihn zu nutzen. Umgekehrt vergessen sie leider nicht selten den Umkehreffekt, den sogenannten Noceboeffekt. Wenn ein Arzt einem Patienten eröffnet, dass es für seine Krankheit keine Heilung gibt, setzt er, in einem ähnlich hohen Prozentbereich wie beim Placebo, eine umgekehrte Wirkung und unterschreibt damit vielleicht das Todesurteil des Patienten.

Das nächste Beispiel kommt aus der Pädagogik: Schon 1965 untersuchten die Psychologen Robert Rosenthal und Leonore Jacobson die Erwartungseffekte von Lehrern an zwei Grundschulen. Die Oak School lag in einem Arbeiterviertel. Die Mehrheit der Eltern waren un- oder angelernte Arbeiter. Jeder achte Schüler war mexikanischer Abstammung.

Die zweite Schule war die Crest School. In der Crest Schule waren die Schüler zum grössten Teil aus der mittleren und oberen Mittelschicht und waren bis auf wenige Ausnahmen weiss.

In der Oak School wurde ein durchschnittlicher IQ von 98 gemessen; in der Crest School ein um 11 Prozentpunkte höherer IQ, also einer von 109.

Die Forscher suggerierten den Lehrern an beiden Schulen, dass sie einen wissenschaftlichen Test mit den Kindern durchführen würden, um Kinder zu identifizieren, die kurz vor einem intellektuellen Entwicklungsschub stünden. Dies träfe auf 20 Prozent der Kinder zu, die sie Aufblüher (engl. bloomer) nannten. In Wirklichkeit wurden die 20 Prozent der Kinder willkürlich ausgewählt.

Ein Unterschied zwischen den besonderen und den gewöhnlichen Kindern existierte damit nur als „Wahrheit“ der Lehrer. Trotzdem stellten die Forscher nach einem Jahr fest, dass die Kinder aus der Gruppe der „Aufblüher“ (orig. bloomer) ihren IQ viel stärker steigern konnten als Kinder aus der Kontrollgruppe.

Insgesamt konnten 45 Prozent der als „Aufblüher“ ausgewählten Kinder ihren IQ um 20 oder mehr Punkte steigern und 20 Prozent der Schüler konnten gar um 30 oder mehr Punkte zulegen.

Zusätzlich interessant ist, dass die IQ-Steigerungen bei den Kindern am stärksten waren, die ein besonders attraktives Äusseres hatten. Eine weitere Auffälligkeit besteht darin, dass die Lehrer den Charakter der sogenannten Aufblüher positiver beurteilten, als den der restlichen Kinder.

Dieses Experiment funktionierte nicht nur mit Kindern, sondern auch mit Ratten. Rosenthal untersuchte in einem weiteren Experiment Forscher, denen angeblich schlaue und dumme Ratten vorgeführt wurden. Das Ergebnis war, dass die eigentlich zufällig zugeordneten Ratten starke Unterschiede in erwarteter Form zeigten. Als Begründung für diesen Effekt nannte Rosenthal die stärkere Zuwendung der Forscher gegenüber den angeblich schlaueren Ratten.

Glaubenssätze erkennen

Um Glaubenssätze zu verändern, müssen wir uns ihrer erst bewusst werden. Viele unsere Überzeugungen und Glaubenssätze sind so tief in uns verankert und so gewohnt, dass wir uns darüber nicht bewusst sind.

Viele unserer Glaubenssätze und Überzeugungen haben wir von Menschen übernommen, die uns sehr nahe stehen und die uns geprägt haben. Den Glaubenssätzen, die Sie von anderen übernommen haben, kommen Sie so auf die Schliche:

Schreiben Sie die Glaubenssätze, die sich aus der Fortführung der obigen Satzanfänge ergeben auf. Nehmen Sie einen, der Sie am meisten schmerzt und bearbeiten Sie diesen mit dem ABC Modell.

Das ABC Modell

ABC steht für Auditive Belief Change.

Weil wir unsere Glaubenssätze viele Male von uns selbst und anderen gehört und dadurch verinnerlicht haben, sind Glaubenssätze oftmals besonders stark auf dem auditiven Kanal abgespeichert. Das ABC-Modell verändert die einschränkende Wirkung des Glaubenssatzes, indem es die auditiven Submodalitäten verändert. Submodalitäten sind sozusagen der Code unseres Gehirns. Der Glaubenssatz wird mit diesem Modell neutralisiert und damit entmachtet.

  1. Identifizieren Sie das Problem
    • Sprechen Sie den einschränkenden Glaubenssatz laut aus. Wie klingt er?
    • Spüren Sie in sich hinein. Wie fühlt es sich an, wenn Sie diesen Glaubenssatz aussprechen?
    • Separieren Sie sich wieder von diesem Zustand, indem Sie einige Schritte gehen, aus dem Fenster schauen oder ähnliches.
  2. Setzen Sie sich einen Ressourcenanker
    • Denken Sie jetzt an einen besonders starken, ressourcenvollen Moment.
    • Tauchen Sie mit all Ihren Sinnen in diese Situation ein; erleben Sie diese nochmals mit Haut und Haaren.
    • Ankern Sie dann diesen Zustand im intensivsten Moment. Wir nennen diesen Zustand im folgenden einen MoE, einen Moment of Excellence.
  3. Auditive Submodalität verändern
    • Sprechen Sie den Glaubenssatz wieder aus. Nun beginnt die Veränderungsarbeit. Sie ändern jetzt Ihre Sprechweise des Glaubenssatzes, der inhaltlich unverändert bleibt wie folgt:
  4. Test und Future Pace
    • Überprüfen Sie, welche Gefühle der Glaubenssatz nun auslöst, wenn Sie ihn wie am Anfang normal aussprechen.
    • Bennen Sie wieder die Körpergefühle und bewerten Sie die Intensität auf der Zehnerskala.
 

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