ACT und Angst ein neues Verfahren

27. Dez 2018

ACT steht für Acceptance and Committment Therapy, eine relativ junge Methode unter dem Dach der Verhaltenstherapie. 

ACT lädt im Wesentlichen ein, die Angst nicht als Feind zu sehen, den es zu bekämpfen gilt, sondern eher als Freund und Begleiter im Leben anzuerkennen und anzunehmen. Mit dieser Einstellung können die Betroffenen den ermüdenden und nicht zu gewinnenden Kampf gegen die Angst einstellen und die so frei werdenden Energien dafür nutzen, das Leben zu gestalten. 

Ein zentrales Element ist, die Angst und deren Symptome einfach achtsam wahrzunehmen, statt zu beurteilen. Dabei helfen unter anderem Achtsamkeitsübungen aus dem MBSR Programm, das vielerorts angeboten wird. Das ist zweifelsfrei eine gute Sache. Deshalb hier ein Link zu den wunderbaren Achtsamkeitsmediationen von Irene Brenneisen.

Die Angst schnell loswerden – ein Ziel mit potentiellen Nebenwirkungen

Wer in panikartiger Angst lebt, möchte diese verständlicherweise umgehend loswerden. Der ACT Therapeut kennt das damit verbundene Paradoxon, das genau dieses loswerden wollen die Angst verstärkt, diese sich verfestigt und grösser, statt kleiner wird. 

Der Grund: Energie fliesst dorthin, wo wir die Aufmerksamkeit hinlenken. Wenn die Aufmerksamkeit auf der Angst liegt, so wächst diese. Das ist so, wie wenn Sie das Unkraut düngen würden, das in Ihrem Garten wächst, anstelle der Rosen, die wachsen und blühen sollen. Also sollten Sie die Aufmerksamkeit auf „Ihre Rosen im Garten“ lenken. Wie das geht?

Tipp – Verbindung mit den eigenen Werten

Die Forschung zeigt, dass die Verbindung mit den eignen Werten die Bereitschaft und die Energie erhöht, auf etwas zuzugehen, was Ihnen viel bedeutet. Das können Sie wie folgt tun:

  1. Stellen Sie sich die Frage, was Sie tun würden, wenn die Angst nicht da wäre und warum Ihnen das viel bedeutet. 
  2. Aktivieren Sie dieses Ziel oder diesen Zielzustand mit möglichst vielen Sinnen, indem Sie so tun, wie wenn sie ihn schon erreicht hätten. Was sehen Sie, hören Sie, fühlen Sie, riechen Sie und schmecken Sie, wenn Sie genau das haben, was Sie haben wollen. Achten Sie dabei auf positive Formulierungen (statt "dann bin ich nicht mehr gefangen in meinem Körper" "dann fühle ich mich frei und lebendig").
  3. Sodann blicken Sie aus diesem Zielzustand zurück bis kurz vor die Gegenwart und schauen Sie genau hin, welche Schritte Sie zu diesem Ziel gebracht haben. 
  4. Stellen Sie sich diese Schritte einen nach dem anderen ganz lebendig vor. Gratulieren Sie sich selbst zu jedem Schritt. Schauen Sie sich selbst zu und fühlen Sie den Stolz auf sich.
  5. Machen Sie die folgenden Sätze zu Ihrem Mantra: „Ich akzeptiere die Angst in meinem Leben als Begleiter. Doch auch wenn ich Angst habe, entscheide ich darüber, was in meinem Leben kostbar ist und was ich dafür tue. Deshalb kann und werde ich tun, was ich wirklich tun will. Jetzt!“
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Autor: Jürg Wilhelm, Au-Zürich

Jürg Wilhelm - NLP-Trainer
Lehrtrainer DVNLP @ froschkoenige.ch
NLP Ausbildungen und Life Coach Ausbildungen zum Practitioner, Master und Coach.
Seminare für Systembrett Aufstellungen und Life Coachings