Das Spiel des Lebens - zwei bedeutsame Fragen

5. Apr 2019

Das Thema der Selbstoptimierung ist in aller Munde! 

In meinen Coachings höre ich dann auf die Frage, was führt dich zu mir Sätze wie: «Ich muss bei der Arbeit effektiver sein»; «ich will als Manager überzeugender sein», «ich will ein besserer Vater, eine bessere Mutter sein», ich will erfolgreicher sein», etc. Ich kann das gut verstehen, doch

In dieser Formulierung liegen gleich zwei «Schwierigkeiten»: 

  1. In diesem Vergleich zwischen dem was ist und dem was sein soll, liegt eine permanente, nicht zu schliessende Lücke. Denn weder ist die Ausgangslage (wie effektiv und überzeugend diese Person heute ist und woran das feststellbar sein könnte), noch das Ziel (wie wäre es denn, wenn es genau so ist, wie es sein soll?) definiert. Wir wissen also nicht, wann wir das Ziel erreicht haben, welches sich somit im Quadrat unserer Anstrengung von uns entfernt. Klingt mühsam, nicht? 
  2. Solche Formulierungen beziehen sich logischerweise immer nur auf einzelne Rollen oder Lebensausschnitte und lassen das Leben als gesamtes ausser acht. Sie können gar in der Bilanz negative Auswirkungen auf dieses haben. So kann zum Beispiel der Preis für mehr Effektivität am Arbeitsplatz durchaus die Konsequenz in sich tragen, dass wir eine andere Rolle, zum Beispiel die als Papa oder Partner, oder aber den sozialen oder sportlichen Ausgleich zur Arbeit vernachlässigen. 

Es gibt eine sinnvollere Alternative 

Statt über solche einzelnenn Optimierungen nachzudenken, könnten wir uns auch überlegen, wie wir unser Spiel des Lebens liebevoll verbessern, statt jede potentielle Optimierungs-Fläche zur scharfen Fräse zu schleifen.

Die Alternative, die ich hier zeige, ist ein sehr einfacher, jedoch profunder Prozess. Es sind nur zwei Fragen, die sich jedoch auf das ganze Spiel des Lebens beziehen:

«Was willst du wirklich?»

Denn das, was wir wirklich wollen, wird grundlegend sein, um zu bestimmen, was die nächsten Schritte sind, um das auch zu bekommen.

Die Frage scheint sehr trivial. Doch sehr oft, wenn ich die Leute frage, "Was willst du?", gibt es eine lange Pause. Das ist für mich ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass dieser Mensch tatsächlich nachdenkt.

Es ist sehr selten, dass jemand sagt: "Nun, erstens..., zweitens... drittens..."

Wenn du zu denjenigen gehörst, die das sagen können, toll! Dann schaue, ob du auch Antworten auf die nächste Frage findest:

«Warum ist dir das so wichtig?»

Der Grund für diese Frage ist, dass es alle möglichen Dinge gibt, die wir wollen, aber die, die uns wirklich wichtig sind, sie sind für uns aus sehr guten Gründen wichtig. 

Wenn wir diese wirklich wichtigen Gründe finden, so finden wir oft auch die Richtung und den Weg, den wir einschlagen wollen.

Du weisst die Antworten auf diese Fragen zur Zeit nicht? Ich schätze es, wenn ich diese ganz ehrlichen Antworten bekomme, wie: «Ich weiss nicht, was ich will. Das würde ich gerne wissen. Ich will wissen, was ich wirklich tun will; ich will wissen, wohin ich in meinem Leben gehen will oder zumindest, welche Richtung ich einschlagen möchte.» 

Diese Neugierde auf dich und dass du etwas wissen willst,was für dich im Momentnoch ein Rätsel ist, ist toll! Es ist ein wichtiger Schritt auf einer Reise zu sich und dem, was wirklich zählt.

Autor: Jürg Wilhelm, Au-Zürich

Jürg Wilhelm - NLP-Trainer
Lehrtrainer DVNLP @ froschkoenige.ch
NLP Ausbildungen und Life Coach Ausbildungen zum Practitioner, Master und Coach.
Seminare für Systembrett Aufstellungen und Life Coachings