Tinnitus – Reduktion durch veränderte Wahrnehmung

20. Feb 2019

Der Begriff "Tinnitus" leitet der sich vom lateinischen Wort "tinnire" (= klingeln) ab. Diese Ohrgeräusche haben keine äussere Quelle und werden nur vom Betroffenen selbst gehört; sie entstehen also im eigenen Kopf. 

Der Tinnitus kann einseitig oder beidseitig auftreten. Er beruht auf einer Störung der Hörfunktion und kann auch eine solche beeinflussen. Menschen mit Tinnitus leiden häufig auch an Schwerhörigkeit. In einer Studie wurde festgestellt, dass 95% der Tinnitus Patienten eine Hörschädigung aufwiesen. Dabei wurde bei 89% der Patienten eine beidseitige Hörschwäche festgestellt. Lediglich 5% der Studienteilnehmer wiesen keine Einschränkung der Hörleistung auf. Obwohl unklar ist, inwieweit die Schwerhörigkeit zu einem Tinnitus führt, wird davon ausgegangen, dass eine Schädigung des Gehörs eine direkte Ursache für die Symptome des Tinnitus ist. So geben bei längerem Vorliegen einer Hörschädigung rund 80% an, einen chronischen Tinnitus zu haben. 

Eine klassische Behandlungsform ist die Tinnitus – Retrainings - Therapie (TRT). Die Umprogrammierung des Gehirns erfolgt dabei mit sogenannten Rauschgeneratoren, die beidseitig hinter dem Ohr oder im Ohr getragen werden. Für diese Therapie wenden Sie sich an einen Hörgeräteakustiker oder Ohrenarzt. Ich möchte Ihnen hier jedoch eine Therapie vorstellen, die auf keine Hilfsmittel oder Therapeuten angewiesen ist, wenn man von Ihnen selbst absieht. 

Die Wahrnehmungsbasierte Tinnitus-Therapie

Sie besteht aus folgenden Schritten: 

  1. Gehen Sie mit der Aufmerksamkeit nach Innen, nehmen Sie Ihren Körper wahr, so, wie er gerade spürbar ist. Es darf genau so sein, wie es ist; Sie brauchen nichts zu ändern.
  2. Fokussieren Sie Ihre Aufmerksamkeit jetzt auf die Ohrgeräusche. Achten Sie dabei auf Ihre Körperreaktion, die das auslöst, vielleicht auch eine Emotion, die damit verbunden ist. 
  3. Erforschen Sie, wie Ihr Organismus auf diesen Stress reagiert. Dabei skalieren Sie, wie stark (1 – 10) das Stresserleben (oder das wahrgenommene Ohrengeräusch) jetzt in diesem Moment ist. 
  4. Öffnen Sie dann die Augen. Diktieren Sie JETZT Ihre Telefonnummer rückwärts und schliessen Sie danach wieder die Augen. 
  5. Denken Sie jetzt an eine Situation, in der Sie etwas oder jemandem tiefste Wertschätzung oder auch Liebe entgegengebracht haben.
  6. Spüren Sie, wo im Körper dieses Gefühl von Wertschätzung oder Liebe zuhause ist. Wo spüren Sie dieses Gefühl am meisten? Legen Sie die linke Hand auf diese Stelle. Spüren Sie tief nach: Wie fühlt sich das an? Tauchen Sie voll und ganz in diese angenehmen Empfindungen ein.
  7. Jetzt versuchen Sie nochmals an das Ohrgeräusch zu denken. Dabei achten Sie darauf, was jetzt anders ist als vorher – fokussieren Sie also den Unterschied (wie stark ist der Stresslevel jetzt Skala 1 – 10). 
  8. Lassen Sie Ihre Aufmerksamkeit nun wieder zurückkommen.

Bei den meisten Menschen ändert sich die Intensität des Stressempfindens. Und was ist bei Ihnen passiert? Im Veränderungsfall ist eine Gegenkonditionierung entstanden und es lohnt sich, das immer wieder zu tun. So können Sie Ihren Tinnitus selbst behandeln und dabei sehr angenehme Gefühle erleben.

Mittels Hypnose kann der Organismus bei einer solche Umgewöhnung höchst wirksam unterstützt werden. Das ist ähnlich wie bei Brillenträgern, die zwar wissen, dass sie eine Brille aufhaben, diese aber im Alltag nicht oder kaum spüren. Trotzdem ist sie da. Das heisst, der dauerhafte Reiz – obwohl da - wird ausgeblendet, er hat einfach keine Bedeutung. Und wenn wir keine Bedeutung geben, gibt es folgerichtig auch keine Störung. 

Wer weiss; vielleicht hören wir uns ja zu diesem Thema. 

So oder so wünsche Ich Ihnen alles Gute. 

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Autor: Jürg Wilhelm, Au-Zürich

Jürg Wilhelm - NLP-Trainer
Lehrtrainer DVNLP @ froschkoenige.ch
NLP Ausbildungen und Life Coach Ausbildungen zum Practitioner, Master und Coach.
Seminare für Systembrett Aufstellungen und Life Coachings